Archive for the ‘Carla Ronci’ Category

Carla Ronci: Ama e canta sempre!

1. Dezember 2013

Gerhard Ucka erläutert den Satz von Carla Ronci:“ Ama e canta sempre“ oder “ Liebe und singe immer“ und stellt Ähnlichkeiten zu alten Theologen und Philosophen heraus (Augustinus, Platon):

In der Adventszeit 2013 möchte ich in meine “ Rominfos“ auch spirituelle Gedanken einfügen und insbesobere Zitate und Bilder von der Ehrwürdigen ( Venerabile) Carla Ronci und ihrer geistlichen Heimat wiedergeben.

Zu Beginn möchte ich ein einfaches, aber zu ihr spirituell adäquates Wort wiedergeben und erläutern.

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Bild: Alfred Schwarz

 

Ama e canta sempre!

Liebe und singe immer!

 

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Dieser einfache Satz drückt viel von Carlas Spiritualität aus und entspricht ihrer bekanntesten Aussage „La vita è bella si ami è meravigliosa“ (das Leben ist schön, aber wenn du liebst, ist es wunderschön).

Die Liebe zu Jesus und zu den Menschen ist eine der Grundlagen ihrer Persönlichkeit. Lebensfreude, Gottes- und Nächstenliebe gehören zusammen.

Diese Grundlage wird jetztberweitert durch die Hinzufügung des Singens, der Musik. Schon bei dem hl. Augustinus ist das Singen Ausdruck der Liebe: „Cantare amantis est“!

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Augustinus

Der bekannte Theologe Anselm Grün schreibt weiterhin in „einfach leben“ (12/ 2013), dass das Singen bei Platon auch als Ausdruk der Freude gilt („Choros“ – Gesang- sei abgeleitet von „chara“ – Freude-).

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Platon

Singen werde -so Anselm Grün weiter – auch immer mit dem Gesang der Engel in Verbindung gebracht. Gerade zu Weihnachten.

Er schägt vor, das wir uns beim Singen machmal in die Situation versetzen sollen, als wenn Engel neben uns ständen. Oder Carla – sage ich einmal . Das gebe unserem Gesang sogar Würde.

Auf einen dritten Gesichtspunkt möchte ich hinweisen. Carla Ronci setzt díesen Grundaussagen das Wort „sempre“ hinzu. Diese Einstellung der Freude und der Nächstenliebe, die sich im Singen ausdrückt, soll unser Leben „immer“ bestimmen, also nicht nur von Zeit zu Zeit. Das heißt auch: unter verschiedenen Bedingungen mit unterschiedlicher Gestaltung.

Es muss ja nicht immer ein fertiges Lied sein, die „Angeli“( Engel) sind improvisationsfähig! Aber nach den Ausführungen möchte ich jetzt z. B.das folgende Lied so vor mir her singen: „Les Anges dans Nos Campagnes“(frz.)oder (deutsch) „Hört der Engel helle Lieder“(hier fliegen im Titel die Engel nicht so richtig) oder (ital.)“ Gli Angeli Delle Campagne“, hier klingt es auch nach Engeln.

Noch ist nicht Weihnachten, aber ich habe mal etwas hereingehört.Das „Glo-o-o-o-ria“ ist in allen Sprachen schön!

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In dem Sinn: fangen wir schon einmal an mit amare und cantare ..z.B. mit

„Volare…Cantare“. Mit Domenico Modugno lässt sich gut schweben.

Aktualisierter Handzettel über die Ehrwürdige( Venerabile) Carla Ronci – un dépliant aggiornato sulla Carla – und erstellte Videobeiträge

17. Oktober 2013

Gerhard Ucka und Linda Menniger haben im Januar 2013 einen vierseitigen Handzettel ( Flyer) zum Thema “ Ehrwürdige( Venerabile) Carla Ronci” erstellt – und jetzt aktualisiert!. Er enthält ein Bild und eine kurze Lebensbeschreibung, darüber hinaus Fürbitten, in denen um geistliche Vorbilder in allen Ländern und um die Seligsprechung von Carla Ronci gebetet wird.Worte von und über Carla Ronci runden den Flyer ab.

Mit diesem kurzen Handzettel sollen neben biografischen Informationen einige geistliche Impulse zur Verehrung und zum Gebet vermittelt werden.

Die Texte können in deutschsprachigen Ländern, aber besonders in Italien am Grab von Carla in Torre Pedrera, das jährlich von vielen deutschen Touristen besucht wird, und in den Informationsstellen von Mater Misericordiae und und im Centro Marvelli in Rimini den deutschsprachigen Besuchern zur Verfügung gestellt werden.

 

Internetbeiträge

Informationen über die Ehrwürdige Carla Ronci jetzt auch in deutscher Sprache
http://www.kathtube.com/player.php?id=25444

 

Video:Carla Ronci – Die „Heilige der Vespa, des Lächelns und der Freude”

http://www.youtube.com/watch?v=00LA1QW0Ad0&feature=autoplay&list=LLhP0gZLKj-88Bps7nBuLDSg&lf=mh_lolz&playnext=4

Als Musikunterlegung haben wir das Lied “Madonna Nera” ( Schwarze Madonna) mit Padre Corrado Brida (früher in Loreto) gewählt.

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Carla a fumetti – Carla im Comic

24. April 2013

Gerhard Ucka teilt mit:

Qualche anno fa Graziella Goti ed altre hanno fatto dei fumetti sulla vita di Carla Ronci.Qui la presentazione in italiano ( 155 illustrazioni).

Vor wenigen Jahren haben Graziella Goti und andere einen Comic über das Leben von Carla Ronci in 155 Bildern gestaltet.

Linda Menniger, M.A., und ich haben die „Fumetti“ – zuerst in italienischer Sprache – auf meine Website www.circolocarliano.de gestellt.

Viele Leser wissen mittlerweile, dass ich mich mit der Person und der Spiritualität der “Venerabile”(Ehrwürdigen ) Carla Ronci aus Rimini/ Macerata beschäftige.Sie war eine engagierte , moderne Christin,die schon als “Heilige der Vespa” und “Heilige des Lächelns “ verehrt wird. Sie ist 1970 mit 34 Jahren gestorben. Ihr hoher Tugendgrad ist von Papst Johannes Paul II. in einer kirchlichen Erklärung als “Venerabile” erklärt worden.Die Voraussetzungen zu einer Seligsprechung sind gegeben.

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Durch eine Ausstellung in Loreto ist mir Carla Ronci bekannt geworden.Von dem Säkularinstitut “Mater Misericordiae” , dem Carla Ronci angehörte, und von dem Beauftragten des Bischofs von Rimini für Selig- und Heiligsprechungen sind mir viele Materialien an die Hand und in die Koffer gegeben worden.

Mit Linda Menniger,M.A., hat mich eine sprachen – und sachkundige sowie engagierte junge Dame in Sachen Carla Ronci von Anfang an in unserem “Circolo Carliano“voll unterstützt.

Im Verlauf unserer dreijährigen Zusammenarbeit haben wir mehrere Übersetzungen aus dem Italienischen ins Deutsche angefertigt, und ich habe eine Website angelegt, auf der alles von uns Verfasste veröffentlicht ist: www.circolocarliano.de

Außer unseren Bemühungen gibt es z.Z. nichts in deutsch über Carla Ronci.

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Als nächstes Aufgabenfeld haben wir uns die Übersetzung eines längeren Comics über Carla Ronci vorgenommen.Dieser Comic ist von drei Frauen aus dem Umfeld von Carla Ronci gestaltet worden. Idee und Text stammt von einer guten ehemaligen Freundin und einem Mitglied von “Mater Misericordiae”, von Graziella Goti. Sie hat mir alle Rechte der Veröffentlichung, auch der Übersetzung ins Deutsche, übertragen. Gerade Letzteres liegt ihr am Herzen, und sie setzt große Hoffnungen in Linda und mich. Auch die “Presidente” von Mater Misericordiae, Maria Bertoni, begrüßt die Veröffentlichung .

.Linda wird bald mit der deutschen Übersetzung beginnen und nach technischer Umsetzung in Zusammenarbeit mit Michael Leiendecker die Veröffentlichung dieses schönen und besonderen Projektes als Verantwortliche betreiben.

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Das Team „Carla a fumetti“ – „Carla als Comic“

Gerd – Linda – Michael.

 

Heute also – nach längerer Einführung für neue Leser – der Hinweis zu “Carla a fumetti”
-“Carla im Comic”.

Allora i fumetti in italiano ! Das ist der Comic auf italienisch!

Esempi. Beispiele.

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http://www.circolocarliano.de/Carla_Ronci/fumeti.html

Ein Handzettel zu Carla Ronci in deutsch – un dépliant sulla Carla in tedesco

22. Januar 2013

Gerhard Ucka und Linda Menniger haben einen vierseitigen Handzettel ( Flyer) zur Ehrwürdigen Carla Ronci erstellt. Er enthält ein Bild und eine kurze Lebensbeschreibung, darüberhinaus Fürbitten, in denen um geistliche Vorbilder in allen Ländern und um die Seligsprechung von Carla Ronci gebetet wird.Worte von und über Carla Ronci runden den Flyer ab.

Mit diesem Flyer sollen neben biografischen Informationen einige geistliche Impulse zur Verehrung und zum Gebet vermittelt werden.

Die Texte können in deutschsprachigen Ländern, aber besonders in Italien am Grab von Carla in Torre Pedrera, das jährlich von vielen deutschen Touristen besucht wird, und in den Informationstellen von Mater Misericordiae und und im Centro Marvelli in Rimini zur Verfügung gestellt werden.

Worte von Carla Ronci zum Tage: „Oggi mi sento un po‘ sola“…“Heute fühle ich ein wenig allein“

11. Januar 2013

 

 

Gerhard Ucka stellt eine weitere Sentenz von Carla Ronci vor:“ Oggi mi sento un po‘ sola…heute fühle ich mich ein wenig allein“.

Sie ist wieder entnommen der Sammlung der Gedanken für jeden Tag: „La vita è bella…Pensieri per ogni giorno dell’anno“( 11. Januar).

 

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Die Venerabile Carla Ronci schreibt:

 

Oggi mi sento un po‘ sola, ho bisogna di aiuto e tanto di affetto.

Gesù aiutami, aiutami Tu!

 

Heute fühle ich mich ein wenig allein, ich brauche Hilfe und viel Zuneigung.

Jesus, hilf mir, hilf Du mir!

 

 

Dazu passt ein Satz aus der heutigen Lesung des Psalms 119 (118), 77-78:

„Tröste mich in deiner Huld…

Dein Erbarmen komme über mich, damit ich lebe,

Denn deine Weisung macht mich froh.“

 

Aus der breiten Sammlung von Bildern von Carla Ronci habe ich dieses von der Bearbeitung her recht unbekannte Foto ausgesucht, weil

es – wie die Texte – nicht Freude pur ausdrückt, aber doch der Hoffnung Raum gibt.

Weihnachtskerze mit Carla, candela natalizia con Carla

8. Januar 2013

Gerhard Ucka gibt einen nachweihnachtlichen Gedanken von Carla Ronci wieder und untermalt ihn mit einer weihnachtlichen Kerze mit Carla:

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Foto: Alfred Schwarz

Cosa avete regolato a Gesù? Io, caro Amore, ti ho donato ben poco

però col tuo santo aiuto

cercherò di essere più generosa per l’avvenire.

Was habt ihr Jesus geschenkt? Ich habe Dir, meine Liebe, recht wenig geschenkt,

aber ich werde mit Deiner heiligen Hilfe

versuchen, in Zukunft großherziger zu sein.

Aus einer Leserzuschrift:

„Zum Geburtstag bekommen wir normalerweise Geschenke.
Komisch! An Weihnachten bekommen wir auch alle Geschenke – aber meist vergisst man, dem Geburtstagskind etwas zu schenken.
Alle lieben Menschen bekommen etwas von uns.
Wir machen uns Gedanken, worüber sich unsere Freunde und Familienmitglieder freuen könnten.“

Carla Ronci hat sich ähnliche Gedanken gemacht: mehr Grozügigkeit, mehr Großherzigkeit, sicher auch mehr Gottes- und Nächstenliebe!

Papst Paul VI. ist jetzt Venerabile wie Carla Ronci

21. Dezember 2012

Heute, 20.12.2012, ist durch Papst Benedikt XVI. in einem Dekret der „hohe Tugendgrad“ von Papst Paul VI. veröffentlicht worden.

 

In einer Mitteilung von Radio Vatikan ist folgende Veröffentlichung zu vermerken:

 

Home > Vatikanische Dokumente > Artikel von 2012-12-20 13:34:53

 

Paul VI. auf dem Weg zur Seligsprechung

Papst Paul VI., geboren als Giovanni Battista Montini, ist einen Schritt weiter auf dem Weg zu seiner Seligsprechung. Papst Benedikt XVI. unterschrieb an diesem Donnerstag ein Dekret, mit dem er den so genannten „heroischen Tugendgrad“ seines Vorgängers anerkannte. Die Kirche drückt damit aus, dass der Betreffende die christlichen Tugenden in vorbildlicher Weise gelebt habe. Damit ist das Verfahren zur Seligsprechung zunächst abgeschlossen, es fehlt nur noch die Anerkennung eines Wunders, das auf die Fürsprache Pauls VI. hin erfolgt ist.

Montini wurde am 26. September 1897 in Brescia in Norditalien geboren. Nach Jahrzehnten des Dienstes in der vatikanischen Kurie, zuletzt als Substitut für Papst Pius XII., wurde er Erzbischof von Mailand. Als Nachfolger von Johannes XXIII. wurde er 1963 zum Papst gewählt, ihm oblag die Durchführung und Umsetzung des Zweiten Vatikanischen Konzils, vielen Theologen gilt er deswegen als der eigentliche Konzilspapst. Er begann 1964 die Ära der reisenden Päpste und verantwortete mit der Erarbeitung des neuen Kodex des Kirchenrechtes, des Messbuches und der Vatikanverwaltung viele konkrete Umsetzungen des Konzils. Paul VI. starb am 6. August 1978 in Castelgandolfo. Josef Ratzinger – damals Erzbischof von München und Freising – war unter den letzten, die Paul VI. vor seinem Tod noch zu Kardinälen erhob.

Insgesamt unterschrieb Benedikt XVI. bei einer Audienz für den Leiter der Seligsprechungskongregation, Kardinal Angelo Amato, 24 Dekrete. Dreizehn davon betreffen Wunder, weitere zehn stellen den so genannten heroischen Tugendgrad fest und eines bestätigt ein Martyrium.

(rv 20.12.2012 ord)

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Papst Paul VI. im Petersdom im April 1971 auf der „sedia gestatoria“ (Tragesessel) –

aufgenommen bei meiner ersen Rom-Fahrt!

 

Somit ist Papst Paul VI. „Venerabile“ – so wie Carla Ronci. Bei Carla wurde der „hohe Tugendgrad“ 1997 durch ein Dekret von

Papst Johannes Paul II. festgestellt. Linda Menniger,M.A. , und ich haben dieses Dekret vor wenigen Wochen übersetzt und in meiner

Website unter www.circolocariano.de veröffentlicht!

 

Auch die Venerabile Carla Ronci ist „auf dem Weg der Seligsprechung“! Auch hier ist der Nachweis eines Wunders Voraussetzung.

Viele Verehrer Carla Roncis beten für eine baldige Seligsprechung!

 

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Carla Ronci und San Francesco

14. Dezember 2012

Bei einem bewussten, aber nicht systematischen Durchgang durch das „Diario“ ( Tagebuch) von Carla Ronci bin ich unter dem Datum des 28.7. 1958 auf einen Satz gestoßen, der mein größtes Aufsehen erregte. Verband er doch eine nachhaltige Erinnerung an den Tag der Ausstellungseröffnung über die Venerabile Carla Ronci am 6.6.2009 in Loreto mit einigen Erlebnissen in Assisi.

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Carla Ronci ( Bild)

Zu den Carla-Ronci-Bildern ( auch in Zukunft):Don Fausto Lanfranchi ( Rimini) hat mir eine CD übergeben, auf der sehr viele Fotos in guter Qualität enthalten sind.Weitere Bilder aus verschiedenen Büchern sind von Erwin Telkemeier druckfähig gemacht worden.

Carla Ronci schreibt also im Diario vom 28.7.1958:

 

Cosa vuoi da me, Signore?

Quando saprò, con sicurezza, dove vuoi che Ti serva?

 

Was willst Du von mir, Herr?

Wenn ich es dann mit Sicherheit weiß, wo willst Du dann, dass ich Dir diene?

 

Solche Fragen haben ja immer wieder Menschen gestellt, die ihrem Leben wieder einen Sinn oder vertieften Sinn geben und sich bei der Suche auf ein persönliches Verhältnis mit Gott einlassen wollen. .Die meisten von uns werden Antworten nicht in großen Visionen und wunderbaren Erscheinungen erhalten. Vor solchen Erwartungen hat schon der berühmte geistliche Lehrer Franz von Sales gewarnt.

Die Frage selbst ist schon ein Anfang, eine Antwort Gottes wahrzunehmen : in konkreten Situationen, auch in plötzlicher Eingebung. Zumeist aber in der abwartenden Stille. Neben diesen traditionellen Hinweisen kommt seit einigen Jahren auch der ganze Bereich aller unserer Sinne hinzu: das bewusste Sehen oder auch mal Nichtsehen, das Hören in unterschiedlicher Klangfarbe oder Lautstärke. Die Bewegung, vor allem das Gehen (bewusst einmal ganz langsam gehen oder einfach stehenbleiben und allmählich feststellen, welche Rolle man selbst in dieser kleinen Umwelt spielt – oft keine. Das ist ganz hilfreich!).Und sehen Sie beim Gehen (auch beim Autofahren bei rot an der Ampel) einfach Menschen an und lächeln Sie einfach mal. Der sture Geradeaus-Blick – nee, der passt nicht. Da wird die Seele so im Körper eingequetscht!

Und so wird dann auch die eine oder andere Antenne für Gottes Anruf oder Antwort ausgefahren. Ich habe noch die Mahnung eines Bekannten im Ohr, ich soll bei meinem Smartphone nicht immer alle Antennen ausfahren, das koste zuviel Akku!

Ganz anders ist es bei uns: wenn wir unsere inneren und sinnlichen Antennen immer mehr ausfahren, wird der Akku unserer Seele nicht leerer, sondern immer voller!Und das kostenlos!

Also, den obigen Satz von Carla Ronci habe ich nicht bei der Ausstellungseröffnung gelesen, aber etwas Besonderes ist mir beim Verlassen des Gebäudes passiert. Die Sale di Bramante im Apostolischen Palast in Loreto, wo die Ausstellung stattfand, war so schwer zu finden , wie der Name schon klingt. Sie lagen versteckt in Kellergewölben. Der Aufzug war defekt. Was ich beim Heruntereilen nicht erkennen konnte, aber beim Heraufgehen entdeckte, war dieses Bild, das mir zu dem Zeitpunkt noch unbekannt war.

 

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Dieselbe Frage, die Carla oben gestellt hat.Über den konkreten Inhalt möchte ich gleich etwas mitteilen.

Nach schon schon so viel umwerfenden Ereignissen in Loreto (und in einer Tagestour nach Manoppello) traf ich auf diese Bild des hl. Franziskus ( hinterher ist mir bekannt geworden, dass es ein Filmplakat aus dem Zefirelli-Film „Brother Sun, Sister Moon “ mit der eingehenden Donavan-Melodie ist).

Signore, che cosa vuoi che io faccia?

Mein Herr, was willst Du, das ich jetzt mache?

Dieser Satz ist mir immer wieder in den Kopf und in Italien auch vor die Augen gekommen.Denn das Kleine Plakat hängt in Italien in vielen Kirchen und kirchlichen Einrichtungen.

 

Nach dieser Juni-Fahrt sind wir mit einer großen Gruppe dann nach Rom und Assisi gefahren. In Assisi ist mir zum ersten Mal ein Denkmal auf der großen Wiese vor S. Francesco aufgefallen, und ich habe es bewusst wahrgenommen, obwohl es schon etwas länger da stand.

Es heißt: „Die Rückkehr des Franziskus“ und stammt von dem Künstler Norberto aus Assisi, der kurz vor seinem Tod dieses Werk dem franziskanischen Konvent geschenkt hat.

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Das Bild stellt die Rückkehr des kranken, geschlagenen jungen Soldaten Francesco dar, der schon kurz nach Beginn eines Krieges gegen das benachbarte Perugia nach Hause zurückgekehrt ist. Und vor dem Denkmal steht eine Tafel mit einer Inschrift, die das Ganze in unseren Zusammenhang stellt.

 

Franziskus stellt die Frage , die in dem Filmplakat abgebildet ist.

Signore che vuoi che io faccia?

Mein Herr, was willst Du, das ich jetzt tue?

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Die angegebene Stelle aus der franziskanischen Tradition verweist ihn darauf, dass er nach Hause gehen soll. Dort werde er schon erfahren, was für ihn zu tun sei.

Das Folgende ist bekannt. Er erhält den Auftrag Gottes: “ Gehe und baue mein Haus wieder auf“!Und er beginnt, das zerfallene Kirchlein S. Damiano mit eigenen Händen und dem Geld seines Vaters wiederaufzubauen. Doch dann geht die eigentliche franziskanische Geschichte erst richtig los, nachdem er sich hier bewährt hat.

Auch bei Carla Ronci stand übrigens hinter der oben gestellten Frage ein konkreter Anlass : auf starkes Drängen ihres Vaters hatte sie das Noviziat bei den Ursulinen abbrechen müssen , und sie war zu ihrer Familie, zu ihrer Pfarrei und zur azione cattolica zurückgekehrt und hatte dort die alten Funktionen wiederaufgenommen. Sie war aufder Suche.

Nach einiger Zeit hat sie dann Kontakt zum Säkularinstitut “ Mater Misericordiae“ in Macerata bekommen und ist als geweihte Laiin ( mit den drei Gelübden) in der Bewegung bis zu ihrem frühen Tod glücklich geworden.

 

Tja, und jetzt? Mir ist bei dem „zufälligen“ Lesen des Satzes aus Carla Roncis Tagebuch wieder vieles deutlich gworden, das ich heute als „Fügung“ Gottes kennzeichnen möchte.

Und wenn der eine oder andere sich nach dem Lesen einmal fragt:“Was soll ich eigentlich auf Dauer machen? Ich kann mich doch nicht immer bei Gott nur durchwurschteln wollen.“ Dann gibt es jetzt zumindest schon eine Antwort: Gott ist es mit mir nicht „eh wurscht“!

Also?

„La vita è bella“ und das Fest der hl. Bibiana ( 2.Dezember)

3. Dezember 2012

Heute ist ( noch) der 1. Adventssonntag (2.12.2012), aber auch das Fest der hl. Bibiana.Fast hätte ich es vergessen!

Thomas Merton, ein neuzeitlicher Mystiker, den ich mit vielen anderen sehr schätze, schreibt über die hl. Bibiana, sie stehe am Anfang des Kirchenjahres, habe aber sonst keine große Bedeutung. Sieht man unter google.de nach, so erscheint unter „Bibiana“ als erstes der Vorname der bekannten, guten und flotten deutschen Fußballschiedsrichterin. Auch in google.it liegt die deutsche Schiedsrichterin nach der piemontesischen Stadt Bibiana weit vor der römischen Märtyrerin Bibiana, die im Jahr 367 unter dem römischen Kaiser Julian ( Apostata) an einer Säule zu Tode gepeitscht worden ist.

Also hat der Trappistenpater Thomas Merton doch wohl recht mit seiner Einschätzung. Unterstützt wird er scheinbar durch das kirchlich erlassene Faktum, dass die hl. Bibiana – wie viele andere auch – aus dem offiziellen Heiligenverzeichnis herausgenommen wurde.

Für mich und viele andere auch hat die hl. Bibiana aber durchaus eine Bedeutung. Sie gilt als die Schutzpatronin gegen Kopfweh, Krämpfe, Epilepsie, Fallsucht, Trunksucht und Unfälle.

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die hl. Bibiana von Bernini

 

Viele wissen es: ich wurde vor wenigen Jahren vom relativ beliebten und erfolgreichen Kommmunalpolitiker zum stadtbekannten Alkoholiker. Ich unterzog mich mehrerer Therapien , bis ich schließlich vor gut fünf Jahren mit ärztlicher Hilfe die Trinkerphase beenden konnte. Seitdem lebe ich abstinent – zufrieden und glücklich abstinent – und ich bin Gott dankbar, dass er mir immer wieder Hilfsangebote gemacht hat, bis ich schließlich eines angenommen habe. Anhand vieler Aufzeichnungen meiner Gefühls- und Leidenswelt (auch für meine Familie) konnte ich für mich nachträglich erfahren, wie und wo Gott mir Möglichkeiten eines Ausstiegs eröffnet hatte, die ich dann aber noch nicht angenommen habe – was dann immer wieder zu schmerzlichen Rückfällen führte.

Als sich mein Allgemeinzustand nach Beendigung der aktiven Alkoholphase nach und nach verbesserte, wollte ich und konnte ich einen Kuraufenthalt meiner Frau an der Nordsee dazu nutzen, um zum Antoniusfest dem hl. Antonius in Padua zu danken. Zuvor machte ich aber den Umweg über Loreto. Der Marienwallfahrtsort war mir in meiner heftigen Erkrankungszeit immer positiv in Erinnerung geblieben: die Begeisterung der liebevoll betreuten Kranken bei den Gottesdiensten und der positiv wirkende Gesang vom Kapuzinerpater Corrado, dessen Lieder ich dann zu Hause oder in Krankenhäusern oft auf Kassetten gehört habe (u.a. Madonna Nera und besonders Emmaus).

Ich hatte mich auf verschiedene Weise spirituell auf diese private Pilgerfahrt vorbereitet und traf so in Loreto ein. Bereits bei meinem ersten Rundgang stieß ich auf das Plakat, das auf die Eröffnung einer Ausstellung in Loreto über die „Venerabile Carla Ronci“ hinwies.

 

 

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Die junge fröhliche Frau auf der Vespa – zusammen mit dem schönen Text:

 

„La vita è bella, ma se ami è meravigliosa!“

“ Das Leben ist schön, aber wenn du Liebe in dir trägst, ist es wunderschön“!

 

Und genau das alles passte in meine Grundstimmung!

Keine Angst, keine Lügen, keine Suchtbedrägnisse, keine neuen Sorgen der Familie – das Leben ist schön.

Und das war dann der sofortige Beginn einer besonderen Beziehung zu Carla Ronci.

 

Zurück zur hl. Bibiana: sie wird verehrt in der Kirche, die über ihrer möglichen Hinrichtunsstätte erbaut wurde.Sie liegt unmittelbar an dem Schienennetz, das schon auf dem Gebiet des römischen Hauptbahnhofs Termini liegt: Via Giolitti.

Die heutige kleine Kirche ist der erste Kirchenbau von Gianlorenzo Bernini; in der Kirche gibt es auch eine schöne Figur der hl. Bibiana, ebenfalls von Bernini.

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Wenn Einzelbesucher oder Gruppen in die Kirche kommen, kommen sie vor allem wegen Bernini. Von der möglichen besonderen Bedeutung der hl. Bibiana für einzelne oder auch für Gruppen wissen sie normalerweise nichts.

Bei dem abendlichen Pontifikalamt zur Ehren der hl. Bibiana am Patronatsfest, an dem ich vor drei Jahren teilnehmen konnte, wies der predigende Erzbischof auf die wachsende Bedeutung von Heiligen bei der Bewälitigung von Suchtkrankheiten hin. Aus meiner persönlichen und dankbaren Sicht kann dem nur zustimmen.

 

Und zumSchluss ein Gedanke zu Bibiana und Carla, der mir beim Nachlesen über die hl. Bibiana gekommen ist.

In der Literatur zur hl. Bibiana wird immer wieder darauf hingewiesen, dass neben den näheren Lebensumständen auch der Name nicht sicher sei.

Es gibt für die Heilige sowohl den Namen „Bibiana“ als auch “ Viviana“. ( In Heiligenlegenden wird der Name „Bibiana“ oft mit „die Lebendige“ übersetzt). Die Unklarheiten kommen wohl daher, dass bei bei einer Übersetzung vom Lateinischen ins Griechische aus dem B ein V wird – Bibiana wird zu Viviana. In der anschließenden Namensdeutung werden dann unterschiedliche lateinische Verben zugrunde gelegt. Bei Bibiana ist es das Wort „bibere“ = trinken, bei Viviana ist es das Wort vivere=leben.

So kommt Bibiana zu der harten Ehre, die Patronin der Trinker und der mit dem Hinfallen betroffenen Kranken zu sein.

Für mich war die hl. Bibiana in meiner Trinkerzeit eine Ansprechpartnerin. Seitdem ich ein neues Lebensgefühl ( Leben völlig ohne Alkohol) wieder erfahren darf, ist mir der Name „Viviana“ durchaus willkommen.

Bibiana – Viviana – vivere – vita – la vita è bella – Carla!

Und der Zusammenhang mit Carla wird (für mich) deutlich. Viel mehr als vor drei Jahren.

Schon bei dem ersten Kontakt zu Carla über das Plakat erlebte ich sie als die „Viviana“,die Lebendige, der anderen Seite der „Bibiana“.

Auch durch die jetzt doch schon längere Beschäftigung mit Carla – allein und in unserem „Circolo Carliano“ – ist ein Leben ohne

Alkohol für mich ( bei aller Vorsicht) immer selbständiger und selbstverständlicher geworden:

 

La vita è bella! Das Leben ist schön!

La vita è merivigliosa! Das Leben ist wunderschön!

 

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Das Lächeln – il sorriso

1. Dezember 2012

Die“ Ehrwürdige“ ( La Venerabile) Carla Ronci wird oft schon als „Heilige der Vespa“ und als “ Heilige des Lächelns“ bezeichnet, wobei

die sympathische Vespa nur ein äußeres Erkennungszeichen ist, das ansteckende Lächeln aber von innen kommt – einfach und

unkompliziert.

 

Carl Ronci schreibt einmal:

 

„Il nostro sorriso deve essere splendente, radioso“!

„Unser Lächeln muss strahlend und leuchtend sein“!

 

 

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In der jetzt beginnenden Adventszeit scheint dieser wichtige Grundsatz bei vielen nicht zu gelten. Da steht das Thema Stress und

mangelnde Zeit im Vordergrund. Das wäre doch ein schöner Ansatz für die Adventszeit : manchmal einfach “ aus der Rolle fallen“ –

lächeln!

 

An einem Samstagmorgen im letzten Winter war ich im Kloster Stiepel frühmorgens zur Messe. Danach ging ich zur Bushaltestelle

Richtung Stadtmitte . An der Haltestelle saß nur eine Frau, und ich sagte – wahrscheinlich – freundlich: „guten Morgen“.Sie sah mich

ganz überrascht an , beantwortete den Gruß und erzählte mir dann, dass sie seit einigen Tagen zum ersten Mal wieder ein Lächeln bei

jemandem gesehen habe. Und sie fühle sich jetzt ermutigt, mir von der schweren Erkankung ihres Mannes zu erzählen. Und sie fahre

auch jetzt schon in aller Frühe zum Krankenhaus.

Ich gebe zu , dass es leichter ist zu lächeln, wenn man gerade aus einem Gottesdienst kommt, als dann, wenn man an vollen Kassen

oder im Stau steht. Aber es gelingt zuweilen doch, und einige Menschen bemerken es und reagieren sogar darauf. Wirklich!

Carla Ronci – so wird berichtet – lächelte die Menschen an mit einem Lächeln, das von innen kam und viele Menschen fröhlich und oft

auch glücklich stimmte.